Bhut Jolokia

Daten
Hitze12
HerkunftIndien
BezugPepperworld
max. Länge7.5 cm
max. Umfang13.5 cm
Bezug2006 (Samen)
Anbau2007, 2008, 2009, 2012, 2013, 2016, 2019, 2020, 2022
[Bhut Jolokia reif]
Bhut Jolokia, reife Frucht 22.9.2007
[Bhut Jolokia aufgeschnitten]
Bhut Jolokia aufgeschnitten 22.9.2007

Bhut Jolokia ist eine Sorte aus Assam/Naga/Bangladesch, die in Jahrhunderten auf extreme Hitze gezüchtet wurde. 2000 oder 2001 gelangte erstmals Kunde davon in den Westen, und erst als das Chili Pepper Institute in New Mexico die Sorte erfolgreich nachgezüchtet hatte, wurde sie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Messungen ergaben die bislang unvorstellbare Hitze von 1,0 Mio. Scoville-Units. Inzwischen soll dies von der Naga Morich aus Bangladesch mit 1,6 Mio Units übertroffen worden sein. Möglicherweise sind beide Sorten recht ähnlich. Eine weitere ähnliche Sorte ist Bih Jolokia (1,04 Mio. Units), die ich bisher nur getrocknet probieren konnte.

Bhut Jolokia ist nach ersten Gen-Untersuchungen ein Mischling aus C. chinense und C. frutescens, mit größerem Anteil der C. chinense. C. frutescens wird aber von einigen Botanikern als identisch mit C. annuum angesehen. Die Pflanze zeigt sichtbar einige Merkmale von C. chinense, ist aber doch anders als z.B. ein Habanero. Auch die von dunkelgrün nach orangerot abreifenden Früchte sehen deutlich anders als als Habanero. Sie sind mit ihren unregelmäßigen Furchen in der Oberfläche sogar ziemlich einzigartig und unverwechselbar. Die Samen sind klein, gelblichweiß und gewellt. Näheres über die Jolokias findet man auf PepperWorld.

Am 22. September 2007 war endlich die erste Beere reif. Der Farbumschlag hatte bereits ca. 2 Wochen zuvor eingesetzt. Die Frucht war 3,5 cm lang und 2 cm im Durchmesser, es gibt aber auch längere. Nach dem Anschneiden verströmte sie ein feines, allmählich stärker werdendes fruchtiges Aroma, das mich an Zitronen, Pfirsische und Johannisbeeren denken ließ - es ist jedoch schwer zu beschreiben, vielleicht fällt mir noch eine andere Frucht ein, die besser passt. Jedenfalls war er keinesfalls süß, sondern eher ein wenig säuerlich.

Der Geschmack war nicht sehr fruchtig, sondern eher wie Paprika. Im Gegensatz zu einigen Habaneros gab es aber keinen unangenehmen Beigeschmack. Aus naheliegenden Gründen konnte ich nur ein kleines Stückchen probieren. Denn die Frucht verbreitet eine Hitze, die unvergleichlich ist. Schon beim Abschlecken des Messers und der Finger nach dem Aufschneiden verursachte ein schönes Brennen und einen Schweißausbruch. Das machen normale Habaneros allerdings auch (immer noch). Die Bhut Jolokia brachte mich weniger zum Schwitzen als andere Sorten früher, aber damals war ich auch noch nicht so viel gewöhnt.

Das Feuer der Frucht ist intensiv, lähmt die Zunge und raubt einem den Atem. Es brennt für meine Verhältnisse außergewöhnlich lange nach, besonders auf den Lippen. Das ist genau der Kick, den ich brauche. Bhut Jolokia lohnt den Anbau besonders, weil man schon mit geringen Mengen große Wirkung erzielt. Eine Viertel bis halbe Frucht kann ich momentan auf einer Scheibe Marmeladenbrot kleingeschnitten gut vertragen.

[Bhut Jolokia]
Zwei Bhut Jolokia-Pflanzen 16.9.2007
[Bhut Jolokia]
Blatt (Vorderseite) 16.9.2007
[Bhut Jolokia]
Blatt (Rückseite) 16.9.2007
[Bhut Jolokia]
Blüte (Vorderseite) 16.9.2007
[Bhut Jolokia]
Halbeife und unreife Früchte 16.9.2007

Erstellt von hjb
Letzte Änderung 2007-09-23